...über den Tellerrand schauen...
"Über den Tellerrand schauen", ist uns andauernd von Jörg Krauter und Udo Krauss als Leitmotiv während der Coachingausbildung eingehämmert worden. Herausfordernd war nicht nur das Erlernen des theoretischen Begleitmaterials und das "aus unserer Komfortzone gehende" Einüben der praktischen Coaching Tools. Herausfordernd war besonders für mich "über den eigenen Tellerrand schauen" und mich mit meiner eigenen "Diversity" zu beschäftigen, um mein Selbstbild als Coach zu entwerfen.
Aufbauend auf meiner über fünfzigjährigen Vita - langjährige Erfahrung als Führungskraft im Bankensektor, Entlassung Ende 2008, arbeitslos 2009 und Entscheidung zur Selbstständigkeit Anfang 2010 - sah ich die Coaching Ausbildung eher als zweites Standbein neben meiner Haupttätigkeit als Change Manager. Am Ende der Ausbildung und bestärkt durch konstruktives Feedback von Jörg Krauter und Udo Krauss, sah ich sehr klar meine zukünftige Rolle als MentorCoach mit Fokussierung auf Begleitung von Personen in schwierigen beruflichen Situationen.
Ende 2010 habe ich ein Pilotprojekt beim luxemburgischen Arbeitsamt durchgeführt, das als Ziel hatte Arbeitssuchende über 45 Jahre besser zu unterstützen.
Aufbauend auf die verschiedenen Inhalte der Coachingausbildung, besteht das Konzept aus drei Etappen:
- Verhaltens- und Motivationsstests (ähnlich wie DISG) via Internet, die jeder Teilnehmer machen muss, mit anschliessendem zweistündigem Coachinggespräch.
- Dreitägiges Atelier (je 10-13 Teilnehmer mit zwei Coachs). Ziel: Berufliche Neuorientierung aufbauend auf einer Selbstanalyse zur Erarbeitung und Verwirklichung neuer Berufswege (Individuelle und Gruppenarbeiten)
- Erfolgsteams (Success Teams von Barbara Sher). Ziel: In Arbeitsgruppen (4-6 Personen) zusammen besser berufliche Ziele erreichen, um zu verhindern, dass der Motivationsschub vom Atelier nicht einfach so verpufft.
Mir schien es wichtig, das die Teilnehmer sich selbst besser kennenlernen, daher die Verhaltens- und Motivationstests, aber auch sie da abzuholen, wo sie stehen, daher das individuelle Coachinggespräch. Fokus des Ateliers war nicht nur neue berufliche Wege zu finden (CV, Ausbildung, Kompetenzen,...), sondern auch ein neues Lebensprojekt zu entwerfen. Daher sehr viel Biographiearbeit (Lebensstrahl), Aufbau einer neuen Lebensvision (Diversity) und Lebensbalance (5 Säulen der Identität), Erlernen neuer Krisenbewältigungsstrategien (Coping) und eigene Ressourcenanalyse. Ausserdem Entwicklungsgespräche und Motivatorenanalyse mit Hauptziel "Träume in Handlungen umsetzen".
Lucien Ernster, OICM Cosulting S.A., Luxemburg